{"id":240,"date":"2026-11-05T11:03:32","date_gmt":"2026-11-05T10:03:32","guid":{"rendered":"https:\/\/mspbusiness.com\/de\/it-nachrichten\/angreifer-fuehren-befehle-ueber-ki-agenten-und-it-verwaltungstools-aus\/"},"modified":"2026-11-05T11:04:20","modified_gmt":"2026-11-05T10:04:20","slug":"angreifer-fuehren-befehle-ueber-ki-agenten-und-it-verwaltungstools-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mspbusiness.com\/de\/security\/angreifer-fuehren-befehle-ueber-ki-agenten-und-it-verwaltungstools-aus\/","title":{"rendered":"Angreifer f\u00fchren Befehle \u00fcber KI-Agenten und IT-Verwaltungstools aus"},"content":{"rendered":"<p><strong>Angreifer nutzen KI-Tools wie Claude Code und die ChatGPT-Desktop-App, um Befehle auf kompromittierten Systemen auszuf\u00fchren. Das geht aus einem neuen Quartalsbericht von Elastic Security Threat Command hervor. Gestohlene Zugangsdaten werden durchschnittlich acht Minuten nach einer Infektion verwendet. Legitime Software f\u00fcr die Fernwartung wie ScreenConnect dient dazu, den Zugriff aufrechtzuerhalten.<\/strong><\/p>\n<p>Der Bericht <a href=\"https:\/\/www.elastic.co\/resources\/security\/report\/threat-command-cybersecurity-report\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">threats, etc<\/a> basiert auf best\u00e4tigten Angriffen und eigenen Untersuchungen von Elastic aus dem Zeitraum von April bis einschlie\u00dflich September 2026. Kern der Erkenntnisse ist, dass Angreifer das Vertrauen und die weitreichenden Systemzugriffe ausnutzen, die Unternehmen KI-Tools, KI-Agenten und IT-Verwaltungssoftware gew\u00e4hren. Laut Elastic enth\u00e4lt der Bericht auch die Forschungsdaten und Erkennungsregeln, mit denen Sicherheitsteams dieselben Aktivit\u00e4ten aufsp\u00fcren k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>KI-Tools als Ausf\u00fchrungsebene<\/h3>\n<p>Elastic-Forscher beobachteten bei realen Angriffen, dass Befehle \u00fcber Claude Code unter Windows und die ChatGPT-Desktop-App unter macOS ausgef\u00fchrt wurden. Bei einem Angriff auf macOS las ein Befehl zun\u00e4chst ein internes Dokument \u00fcber die IT-Infrastruktur und extrahierte anschlie\u00dfend gespeicherte Passw\u00f6rter aus dem Schl\u00fcsselbund des Benutzers. In einem Fall unter Windows verband sich ein Angreifer aus der Ferne mit einem Computer, stellte mit Claude Code Tools bereit und nahm \u00fcber eine verdeckte Verbindung Kontakt zu einem externen Server auf.<\/p>\n<p>Mike Nichols, General Manager Security bei Elastic, weist darauf hin, dass der Missbrauch vorhandener Software an sich keine neue Technik ist. MITRE ATT&#038;CK f\u00fchrt daf\u00fcr sogar eine eigene Taktik. Neu ist ihm zufolge, dass Unternehmen KI-Agenten einsetzen, die Sicherheitsteams nur schwer \u00fcberwachen, verwalten oder durchschauen k\u00f6nnen. Ein Agent mit Zugangsdaten und Internetzugang stellt eine zus\u00e4tzliche Angriffsfl\u00e4che dar, ob er nun falsch konfiguriert ist oder missbraucht wird. Steuert ein Angreifer den Agenten, \u00e4hnelt diese Aktivit\u00e4t dem Verhalten des Mitarbeiters, der den Agenten installiert hat. Nichols betont deshalb, dass die Frage nicht lautet, ob ein Tool genehmigt ist, sondern was es tats\u00e4chlich tut.<\/p>\n<h3>Acht Minuten bis zum ersten Login<\/h3>\n<p>In 27 best\u00e4tigten F\u00e4llen mit Infostealern ma\u00df Elastic die Zeit zwischen der Infektion und der ersten Nutzung gestohlener Zugangsdaten. Im Durchschnitt waren es acht Minuten. Das h\u00e4ufigste Einfallstor war ein ClickFix-K\u00f6der: eine gef\u00e4lschte Meldung, die Benutzer dazu bringt, selbst einen sch\u00e4dlichen Befehl einzuf\u00fcgen und auszuf\u00fchren. Das war in 12 der 27 F\u00e4lle (44 Prozent) der Ausgangspunkt. Danach erfolgte der Datendiebstahl \u00fcber Software, der das Ger\u00e4t bereits vertraute, etwa Browser-Updater und die integrierten Skript-Tools von Apple. In einem Fall im Gesundheitswesen befand sich die Malware etwa 16 Sekunden, nachdem der Benutzer auf den K\u00f6der hereingefallen war, auf dem System.<\/p>\n<h3>Spuren eines KI-Agenten bei Hugging Face<\/h3>\n<p>Elastic rekonstruierte zudem auf Basis forensischer Untersuchungen das Datenleck bei Hugging Face vom Juli 2026. Das Unternehmen gibt an, Hinweise darauf gefunden zu haben, dass dabei ein KI-Agent aktiv war. Befehle wurden teils innerhalb weniger Sekunden doppelt ausgef\u00fchrt, und auf einen funktionierenden Angriff folgte unmittelbar ein einfacher Programmierfehler. Laut den Forschern macht es diese Art anhaltender Aktivit\u00e4t Sicherheitsteams schwer, in gro\u00dfem Ma\u00dfstab zwischen normalem Agentenverhalten und b\u00f6swilligen Aktionen zu unterscheiden.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus best\u00e4tigte Elastic 23 F\u00e4lle, in denen Angreifer legitime Fernwartungssoftware installierten, um den Zugriff auf ein Ger\u00e4t aufrechtzuerhalten. Meist handelte es sich um ScreenConnect.<\/p>\n<h3>Verhalten bewerten statt Genehmigung<\/h3>\n<p>Elastic Security Threat Command empfiehlt, eine \u00dcbersicht vertrauensw\u00fcrdiger KI-Tools, IT-Tools und digital signierter Software zu erstellen und alles andere als verd\u00e4chtig zu behandeln. Auch vertrauensw\u00fcrdige Software sollte laut den Forschern danach beurteilt werden, was sie tut \u2013 etwa welche Programme ein KI-Tool startet oder mit welchen Systemen sich ein RMM-Tool verbindet. Au\u00dferdem raten sie, das normale Verhalten auf Systemen zu erfassen und Signale aus Cloud-, Endpoint- und Identit\u00e4tsdaten zu kombinieren. Elastic gibt an, dass das eigene Produkt Elastic Security Aktivit\u00e4ten auf Systemebene \u00fcberwacht und darauf ausgelegt ist, Verhaltensweisen wie Proxy-Tunneling und Speichermanipulation zu erkennen, unabh\u00e4ngig davon, welche Anwendung dieses Verhalten verursacht.<\/p>\n<p>threats, etc ist eine Reihe von Quartalsberichten, die den j\u00e4hrlichen Global Threat Report von Elastic ersetzt. Das Unternehmen setzt auf einen Quartalsrhythmus, weil sich die Vorgehensweisen von Angreifern laut Elastic schneller \u00e4ndern, als ein Jahresbericht abbilden kann. Die Zahlen beruhen auf best\u00e4tigten Befunden und geben ausdr\u00fccklich kein Bild der weltweiten Verbreitung wieder.<\/p>\n<p>Der vollst\u00e4ndige Bericht ist unter <a href=\"https:\/\/www.elastic.co\/resources\/security\/report\/threat-command-cybersecurity-report\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">threats, etc<\/a> abrufbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angreifer f\u00fchren \u00fcber KI-Tools wie Claude Code Befehle aus und nutzen gestohlene Zugangsdaten durchschnittlich acht Minuten nach der Infektion. 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