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Niederländische Unternehmen setzen erst auf Systemintegration, dann auf KI-Skalierung

Niederländische Unternehmen sehen häufiger Wachstumschancen als ihre europäischen Branchenkollegen, sind beim Ausbau von KI jedoch zurückhaltender. Jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) will die Technologie im kommenden Jahr weiter implementieren, während 39 Prozent die Systemintegration als wichtigste technologische Priorität nennen. Zudem bevorzugt eine Mehrheit einen europäischen Anbieter.

Die Zahlen stammen aus dem European Growth & Technology Outlook 2027, den der CRM-Anbieter SuperOffice gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Datalily erstellt hat. Die Befragung lief zwischen dem 16. Juni und dem 8. Juli 2026 über das Centiment-Panel. Teilgenommen haben 371 Entscheider, die mit CRM, Kundendaten oder KI-Tools befasst sind. Sie arbeiten in B2B- oder gemischten B2B/B2C-Unternehmen mit 30 bis 300 Beschäftigten in Schweden, Norwegen, Dänemark, Deutschland und den Niederlanden. Die niederländische Stichprobe umfasste 80 Befragte – ein Umstand, den Sie bei der Interpretation der Prozentwerte berücksichtigen sollten.

Höhere Wachstumserwartung, geringere KI-Pläne

51 Prozent der niederländischen Unternehmen erwarten in den kommenden zwölf Monaten erhebliche Wachstumschancen. Europaweit liegt dieser Anteil bei 46 Prozent. Bei den konkreten KI-Plänen kehrt sich das Verhältnis um: 21 Prozent der niederländischen Unternehmen wollen KI im kommenden Jahr weiter implementieren oder ausbauen, gegenüber 28 Prozent der europäischen Befragten.

Auch bei der aktuellen Nutzung zeigt sich dieser Unterschied. 51 Prozent der niederländischen Unternehmen experimentieren mit KI-Tools, 35 Prozent berichten von einer fortgeschrittenen KI-Nutzung. In Europa liegen die Werte bei 46 beziehungsweise 39 Prozent. Niederländische Organisationen experimentieren also häufiger, geben aber seltener an, dass KI einen festen Platz in ihren Prozessen hat.

Systemintegration als Priorität

Für 39 Prozent der niederländischen Unternehmen ist die Systemintegration die wichtigste technologische Veränderung in den kommenden zwölf Monaten. SuperOffice leitet daraus ab, dass Organisationen zunächst ihre Systeme und Kundendaten aufeinander abstimmen wollen, bevor sie KI weiter ausbauen. Laut dem Unternehmen setzt der Einsatz von KI in Kundenprozessen voraus, dass Kundendaten zuverlässig und aktuell sind und Systeme Informationen untereinander austauschen können.

Bei den Unternehmenszielen steht die Kundenbindung weit oben. Knapp ein Viertel der niederländischen Befragten (24 Prozent) nennt das Halten von Kunden und den weiteren Ausbau der Beziehung als Priorität, gegenüber 21 Prozent in Europa. Darüber hinaus konzentrieren sich 18 Prozent der niederländischen Unternehmen in erster Linie auf die Verbesserung von Kundenservice und Support; europaweit sind es 14 Prozent.

Klein anfangen

Wouter Schram, Country Director Niederlande bei SuperOffice, rät Unternehmen, KI nicht sofort breit einzuführen. Er empfiehlt, mit einem konkreten Prozess und einem klaren Ziel zu beginnen, etwa der schnelleren Bearbeitung von Kundenanfragen. Laut Schram müssen die verwendeten Daten zuverlässig und aktuell sein, und die Anwendung muss an bestehende Systeme anknüpfen.

Er schlägt vor, zunächst in kleinem Rahmen mit den Mitarbeitenden zu testen, die damit arbeiten werden, festzulegen, wer die Ergebnisse kontrolliert, und zu messen, was die Anwendung bringt. Eine Skalierung steht laut Schram erst dann an, wenn KI nachweislich Mehrwert schafft und die Vereinbarungen zu Datenschutz und Sicherheit erfüllt.

Präferenz für europäische Anbieter

Ein weiteres Ergebnis betrifft die Herkunft der Technologie. 56 Prozent der niederländischen Unternehmen haben eine ausgeprägte Präferenz für einen europäischen Technologieanbieter. SuperOffice wertet dies als Zeichen dafür, dass der Speicherort von Daten und die Frage, wer die Kontrolle darüber hat, bei Technologieentscheidungen eine Rolle spielen. Dabei ist zu beachten, dass SuperOffice selbst ein europäischer CRM-Anbieter ist, 1990 in Oslo gegründet, und somit ein Interesse an diesem Ergebnis hat.

Der vollständige Bericht ist unter European Growth & Technology Outlook 2027 abrufbar.

Dieser Artikel ist ursprünglich auf Niederländisch bei MSP Business erschienen. Zum Originalartikel →