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Zahl kleiner DDoS-Angriffe steigt, große Angriffe gehen zurück

Die Zahl kurzer DDoS-Angriffe unter 1 Gbps ist im dritten Quartal 2026 um 208 Prozent gestiegen. Angriffe über 1 Tbps gingen im selben Zeitraum um fast 69 Prozent zurück. Das geht aus dem Quartalsbericht von Cloudflare hervor, der zudem eine Verschiebung bei den eingesetzten Protokollen und den Angriffszielen feststellt.

Cloudflare stützt die Zahlen in seinem DDoS-Bedrohungsbericht für das dritte Quartal 2026 auf Daten aus dem eigenen Netzwerk. Nach Angaben des Unternehmens wehrte dieses Netzwerk im betreffenden Zeitraum autonom 18,2 Millionen DDoS-Angriffe auf Netzwerkebene ab, dazu 14,4 Billionen HTTP-DDoS-Anfragen. Das entspricht durchschnittlich 8.226 Angriffen auf Netzwerkebene pro Stunde oder rund 197.400 pro Tag. Im Schnitt erfolgte alle 0,44 Sekunden ein Angriff.

Das Gesamtvolumen des abgewehrten Datenverkehrs belief sich laut Cloudflare auf 272,6 Petabyte auf Netzwerkebene und 95,1 Petabyte auf HTTP-Ebene.

Mehr kleine, weniger große Angriffe

Der Bericht zeigt eine Verschiebung beim Umfang der Angriffe. Angriffe, die kürzer als zehn Minuten dauerten und kleiner als 1 Gbps waren, nahmen um 208 Prozent zu. Hypervolumetrische Angriffe mit mehr als 1 Tbps gingen gegenüber dem zweiten Quartal um fast 69 Prozent zurück.

Cloudflare sieht einen möglichen Zusammenhang zwischen diesem Rückgang und dem Vorgehen von Strafverfolgungsbehörden gegen vier große IoT-Botnets Anfang dieses Jahres. Das Unternehmen weist dabei darauf hin, dass weiterhin neue Varianten auftauchen. IoT-Botnets bleiben laut Cloudflare daher eine anhaltende Bedrohung für die Netzwerkinfrastruktur.

Verschiebung bei den Angriffsprotokollen

Auch bei Reflection- und Amplification-Angriffen stellt Cloudflare eine Veränderung fest. Die Zahl der CLDAP-Floods sank gegenüber dem Vorquartal um 99,5 Prozent. Die Angreifer wichen laut Bericht auf andere verbindungslose Protokolle aus. Die Zahl der Angriffe mit DNS-Amplification stieg um 215 Prozent, allgemeine UDP-Floods nahmen um 122 Prozent zu.

Vereinigte Staaten wieder am häufigsten angegriffenes Land

Die Ziele der Angriffe waren im dritten Quartal geografisch breiter gestreut. Die Vereinigten Staaten lösten China wieder als am häufigsten angegriffenes Land ab. Kanada kletterte in der Rangliste der am häufigsten angegriffenen Länder um zehn Plätze nach oben, Israel um sieben. Cloudflare bringt diesen Anstieg mit geopolitischen Spannungen, Handelsstreitigkeiten und umstrittenen innenpolitischen Ereignissen in beiden Ländern in Verbindung.

Auch die Branchen, auf die es die Angreifer abgesehen hatten, haben sich verändert. Während in früheren Quartalen häufig Medienunternehmen ins Visier gerieten, verlagerte sich der Fokus laut Bericht auf ein breiteres Spektrum an Branchen. Dazu zählen Verbraucherdienste, Internetinfrastruktur und der Unterhaltungsmarkt für Erwachsene.

Kleine Angriffe in der Praxis

Die Zunahme kurzer Angriffe mit begrenzter Bandbreite wirkt sich darauf aus, wie Sie den Datenverkehr überwachen. Solche Angriffe können unter den Schwellenwerten von Erkennungssystemen bleiben, die auf große Volumina ausgelegt sind. Da ein Angriff oft innerhalb von zehn Minuten vorbei ist, bleibt wenig Zeit für manuelles Eingreifen.

Die Verlagerung von CLDAP hin zu DNS-Amplification und UDP-Floods macht es zudem sinnvoll zu prüfen, wie offene Resolver und UDP-Dienste in Kundenumgebungen konfiguriert sind. Schlecht abgesicherte DNS-Server können bei Amplification-Angriffen als Ziel dienen oder selbst missbraucht werden, um Datenverkehr zu verstärken.

Der vollständige Bericht ist hier abrufbar: DDoS-Bedrohungsbericht für das dritte Quartal 2026.

Dieser Artikel ist ursprünglich auf Niederländisch bei MSP Business erschienen. Zum Originalartikel →