Microsoft hat auf der Microsoft Frontier Tour in Paris neue Funktionen für Microsoft Sovereign Cloud angekündigt. Die Erweiterungen betreffen die Public Cloud, die lokal verwaltete Private Cloud und das Partnernetzwerk. Neu sind unter anderem ein Sovereignty Control Panel sowie die Möglichkeit, KI-Workloads ohne Internetverbindung in der eigenen Infrastruktur zu betreiben.
Die Ankündigungen bauen laut Microsoft auf den European Digital Commitments auf, die das Unternehmen 2025 vorgestellt hat. Sie richten sich an Public-Cloud-Umgebungen sowie an Umgebungen, die Organisationen lokal verwalten. Microsoft zufolge erhalten Organisationen damit mehr Kontrolle und Wahlfreiheit über ihre Cloud-, Daten- und KI-Umgebung. Das Unternehmen gliedert die neuen Möglichkeiten in drei Bereiche: Sovereign Public Cloud, Sovereign Private Cloud und das Sovereign Partner Ecosystem.
Microsoft fasst digitale Souveränität dabei weiter als die Frage, wo Daten gespeichert sind. Laut dem Unternehmen spielen auch der Zugriff auf Systeme, der Einsatz von KI und die Kontinuität kritischer Dienste bei Störungen eine Rolle.
Überblick und Zugriffskontrolle in der Public Cloud
Für die Public Cloud führt Microsoft das Sovereignty Control Panel ein. Dieses Panel zeigt laut dem Unternehmen in einer Übersicht den Souveränitätsstatus einer Organisation. Microsoft zufolge erkennt das Panel Risiken und unterstützt Organisationen beim Ergreifen von Maßnahmen.
Darüber hinaus bringt Microsoft Funktionen, mit denen Organisationen mehr Kontrolle über den Zugriff von Microsoft-Mitarbeitenden auf ihre Umgebung erhalten. Dieser Zugriff wird protokolliert, sodass Organisationen ihn nachträglich überprüfen können. Welche konkreten Einstellungen verfügbar werden und ab wann, geht aus der Ankündigung nicht hervor.
Lokale Cloud und KI ohne Internetverbindung
Für die Sovereign Private Cloud erweitert Microsoft seine lokale Cloud- und KI-Plattform. Organisationen können laut dem Unternehmen mehr KI-Anwendungen, Daten, sensible Workloads und Entwicklungsumgebungen in ihrer eigenen Infrastruktur betreiben. Microsoft zufolge ist dies auch in Umgebungen ohne Internetverbindung möglich.
Solche Konfigurationen sind in der Regel für Situationen gedacht, in denen Daten oder Workloads die eigene Infrastruktur nicht verlassen dürfen oder in denen eine Verbindung zur Public Cloud nicht erwünscht oder nicht verfügbar ist. Welche KI-Modelle und Dienste genau lokal verfügbar werden, gibt Microsoft in dieser Ankündigung nicht bekannt.
Ausbau des Partnernetzwerks
Der dritte Bereich betrifft das Sovereign Partner Ecosystem. Microsoft kündigt an, sein Partnernetzwerk um unabhängig betriebene Cloud-Umgebungen, validierte Software und spezialisierte Partner zu erweitern. Laut dem Unternehmen können Organisationen dadurch Lösungen wählen, die zu den Anforderungen ihres Landes, ihrer Branche und ihrer spezifischen Anwendungsfälle passen.
Welche Partner teilnehmen und nach welchen Kriterien Microsoft Software validiert, ist nicht bekannt. Für weitere Details verweist das Unternehmen auf seinen eigenen Blog.
Offene Fragen
Preise, Verfügbarkeit nach Region und Lizenzbedingungen der neuen Funktionen nennt Microsoft in der Ankündigung nicht. Für IT-Dienstleister, die Kunden zur Cloud-Architektur beraten, sind das relevante Punkte bei der Abwägung zwischen Public Cloud, Private Cloud oder einer Umgebung über einen lokalen Partner. Ebenfalls noch unklar ist, wie Partner dem erweiterten Sovereign Partner Ecosystem beitreten können.
Der vollständige Bericht ist unter European Digital Commitments nachzulesen.
Dieser Artikel ist ursprünglich auf Niederländisch bei MSP Business erschienen. Zum Originalartikel →
