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Mollie veröffentlicht MCP-Server und KI-Plugin für Zahlungsintegrationen

Mollie hat einen überarbeiteten MCP-Server und ein offizielles KI-Plugin veröffentlicht. Damit verbinden Entwickler KI-Agenten in ihrer IDE, ihrem Terminal oder ihrer KI-Arbeitsumgebung mit der Zahlungsinfrastruktur des Unternehmens. Laut Mollie können sie so Zahlungsflows aufsetzen und Kontoaktionen vorbereiten, wobei ausgehende Aktionen stets eine menschliche Freigabe erfordern.

Das Model Context Protocol (MCP) ist ein offener Standard, über den KI-Agenten Verbindungen zu externen Systemen und Datenquellen herstellen. Mollie nutzt diesen Standard, um agentenbasierte Entwicklertools direkt mit seinen APIs zu verbinden. Der MCP-Server und das Plugin sind ab sofort über ein Open-Source-Repository auf GitHub sowie über das Entwicklerportal von Mollie verfügbar, wo auch eine Installationsanleitung bereitsteht.

Live-Schemas als Grundlage für Code

Wie Mollie angibt, verbindet der MCP-Server Agenten mit der aktuellen API-Dokumentation und den Produktionsschemas des Unternehmens. Statt sich auf das zu verlassen, was ein Sprachmodell während des Trainings gelernt hat, ruft der Agent die gültige API-Spezifikation ab, bevor er Code schreibt. Entwickler beschreiben die gewünschte Zahlungsarchitektur, woraufhin der Agent Implementierungscode für die aktuellen Endpoints erstellt. Das Unternehmen erwartet, dass dadurch Fehler durch veraltete Endpoints oder nicht existierende Parameter zurückgehen.

Die Integration unterstützt die zentralen APIs von Mollie: Payments, Orders für Workflows rund um physische Produkte sowie Connect für die Aufteilung von Gebühren zwischen mehreren Parteien auf Marktplätzen. Als Beispiel nennt Mollie einen Prompt, in dem ein Entwickler einen Checkout für physische Produkte mit der Orders API und lokalen europäischen Zahlungsmethoden anfordert. Der Agent konsultiert dann die Live-Schemas der Orders API, erfasst die Struktur der Bestellpositionen und liefert den Implementierungscode.

Verwaltung aus der Arbeitsumgebung

Neben dem Schreiben von Code können technische Anwender laut Mollie mehr als 60 geschäftliche Aktionen direkt aus ihrer Arbeitsumgebung heraus ausführen. Dazu zählen etwa das Erstellen von Zahlungslinks und das Vorbereiten von Überweisungen aus dem Mollie Business Account (MBA). Bei der Anfrage, eine Überweisung über 500 Euro vorzubereiten, prüft der Agent die Kontobeschränkungen, legt die Überweisungsparameter an und hält dann inne. Anschließend zeigt er die Empfängerdaten an und wartet auf eine ausdrückliche Bestätigung, bevor die Anfrage an die Infrastruktur von Mollie übermittelt wird.

Nutzer verknüpfen ihr Konto per OAuth. Entwickler müssen daher keine API-Schlüssel oder privaten Tokens in Prompts oder lokale Umgebungsdateien aufnehmen.

Menschliche Freigabe verpflichtend

Da Mollie ein regulierter Finanzdienstleister ist, führt der Agent nur Aktionen aus, die ein Mensch freigegeben hat. Nach Angaben des Unternehmens kann der Agent weder eigenständig ausgehende Finanztransaktionen durchführen noch kritische Einstellungen ändern. Jede ausgehende Aktion wird angehalten und erst nach einer Bestätigungsübersicht endgültig ausgeführt. Zudem arbeitet die Integration innerhalb der Zugriffsrechte der jeweiligen Benutzerrolle und der täglichen Transaktionslimits, die für das Händlerkonto festgelegt sind.

Rogier Schoute, CPO bei Mollie, betont, dass Entwickler viel Zeit mit repetitiver Integrationsarbeit verbringen, etwa mit dem Durchsehen statischer Dokumentation, dem Aufsetzen von Standardcode und der Fehlersuche in generiertem Code. Mit MCP macht Mollie seine Infrastruktur laut Schoute direkt aus der Arbeitsumgebung des Entwicklers zugänglich. Der Agent bereitet die Implementierung vor, während der Entwickler die Kontrolle über die Architektur und die endgültige Ausführung behält.

Hintergrund

Mollie wurde 2004 in Amsterdam gegründet. Nach dem Zusammenschluss mit GoCardless vereint das Unternehmen Zahlungen, Konten und Unternehmensfinanzierung auf einer Plattform. Nach eigenen Angaben bedient Mollie mehr als 350.000 Unternehmen in über 30 Märkten und unterhält Büros in Europa, den Vereinigten Staaten und Australien.

Dieser Artikel ist ursprünglich auf Niederländisch bei MSP Business erschienen. Zum Originalartikel →