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Palo Alto Networks bringt Cortex Agentic Endpoint Security auf den Markt

Palo Alto Networks hat auf der ONE Conference 2026 in Den Haag Cortex Agentic Endpoint Security (AES) vorgestellt. Das Produkt basiert auf Technologie von Koi und dient dazu, KI-Agenten, Browsererweiterungen, lokale LLMs und MCP-Server auf Endpoints zu inventarisieren, zu bewerten und zu kontrollieren. Cortex AES ist über das Partnernetzwerk des Unternehmens erhältlich.

Mit Cortex AES nimmt Palo Alto Networks Software ins Visier, die auf Endpoints aktiv ist, nach Angaben des Unternehmens aber außerhalb der Reichweite bestehender Sicherheitstools liegt. Dazu zählen KI-Agenten, Browsererweiterungen, lokal laufende Sprachmodelle und Server, die über das Model Context Protocol (MCP) arbeiten. Das Produkt lässt sich als eigenständige Lösung einsetzen und wird darüber hinaus Teil der eigenen Plattform des Anbieters.

Hintergrund laut Palo Alto Networks

Palo Alto Networks zufolge wurden herkömmliche Endpoint-Detection-and-Response-Systeme (EDR) dafür entwickelt, bösartige ausführbare Dateien wie .exe- und .dll-Dateien zu erkennen. Software, die nicht als solche Datei läuft, entgeht dieser Erkennung laut dem Unternehmen weitgehend. Das Unternehmen bezeichnet dies als „Agentic Bypass“: KI-Agenten übernehmen die Identität und die Zugriffsrechte des Nutzers, sodass ihre Aktionen für ältere Sicherheitssysteme nicht von den Handlungen eines Mitarbeiters zu unterscheiden sind.

Als Risiken nennt Palo Alto Networks Datendiebstahl durch indirekte Prompt Injection, unverwaltete API-Berechtigungen und schädliche Interaktionen zwischen Agenten.

Inventarisieren, bewerten und kontrollieren

Cortex AES fungiert nach Angaben des Anbieters als Kontrollschicht auf dem Endpoint und ist um drei Funktionen herum aufgebaut. Die erste ist Transparenz: Das Produkt erfasst automatisch KI-Artefakte, darunter KI-Anwendungen, die der IT nicht bekannt sind, Browsererweiterungen und MCP-Server.

Die zweite Funktion ist die Risikobewertung. Eine Risiko-Engine prüft die Reputation des Herausgebers, Verhaltensmerkmale und Zugriffsrechte einer Komponente, um festzustellen, ob sie eine Bedrohung darstellt. Die dritte Funktion ist die Kontrolle: Administratoren können Richtlinien und Guardrails festlegen, um Prozesse zu stoppen oder vorab zu blockieren. Palo Alto Networks gibt an, dass dies geschieht, ohne die Produktivität der Nutzer zu beeinträchtigen.

Neben bestehender EDR oder innerhalb der Plattform

Cortex AES ist ab sofort als eigenständige Lösung verfügbar, die neben EDR-Systemen anderer Anbieter laufen kann, etwa von CrowdStrike oder Microsoft. Die Installation erfolgt über ein persistentes Skript, das laut dem Unternehmen nur eine geringe Systemlast verursacht und eine kontinuierliche Überwachung ermöglicht.

Für Kunden, die bereits mit der Plattform von Palo Alto Networks arbeiten, kündigt das Unternehmen zwei Integrationen an. In Cortex XDR wird die Technologie zu einem integrierten Modul, sodass herkömmliche und KI-bezogene Bedrohungen über einen einzigen Agenten abgewickelt werden. Innerhalb von Prisma AIRS wird die Funktionalität Teil der Absicherung von KI-Modellen – von der Cloud bis zum Endpoint – mit Runtime-Schutz gegen Prompt Injection.

Automatisierte Behebung

Das System wandelt technische Telemetriedaten in einen Risikowert um. Erweist sich ein bestimmter „Skill“ oder eine Erweiterung als schädlich, kann ein Administrator mit einer einzigen Aktion Richtlinien auf allen Endpoints innerhalb der Organisation durchsetzen. Palo Alto Networks erwartet, dass sich manuelle Untersuchungen, die derzeit Hunderte Stunden in Anspruch nehmen, dadurch auf wenige Minuten verkürzen. Unabhängige Zahlen, die diese Aussage belegen, wurden nicht veröffentlicht.

Das Produkt ist über das Partnernetzwerk von Palo Alto Networks erhältlich. Zu Preisen und Lizenzmodellen hat das Unternehmen keine Angaben gemacht.

Dieser Artikel ist ursprünglich auf Niederländisch bei MSP Business erschienen. Zum Originalartikel →