34 Prozent der niederländischen Entscheider im Bereich Digitalstrategie wissen nicht, wie viele (Trans-)Aktionen KI-Agenten auf ihrer digitalen Plattform ausführen. Vielen Organisationen fehlt zudem die technische Grundlage, um dies zu messen oder zu steuern. Daten, Schnittstellen und Governance sind häufig noch nicht auf KI ausgerichtet.
Das zeigt eine Umfrage, die PanelWizard im September 2026 im Auftrag der Digital-Platform-Agentur Freshheads aus Tilburg durchgeführt hat. Es geht um Aktionen wie das Bestellen oder Reservieren eines Produkts oder einer Dienstleistung sowie das Abrufen oder Ändern von Informationen. Freshheads stützt die Zahlen auf knapp 600 Befragte, die für die Digitalstrategie (mit)verantwortlich sind oder beratend daran mitwirken. Sie verfügen bereits über eine digitale Plattform, auf der Nutzer ihre Angelegenheiten selbst erledigen, oder entwickeln gerade eine. Der Gruppe ohne Einblick stehen 17 Prozent gegenüber, die angeben, sich bereits mit einer Plattform auf KI vorzubereiten, die weiteren technologischen Entwicklungen folgen kann.
Daten noch nicht für KI strukturiert
Die Hälfte der Entscheider (51 Prozent) gibt an, dass die eigenen Daten und Prozesse nicht ausreichend strukturiert sind, um neue Technologien wie KI ohne Weiteres einzusetzen. Nur 14 Prozent sagen, dass Daten zu Nutzern, Produkten, Dienstleistungen und Transaktionen vollständig und zuverlässig für KI-Anwendungen strukturiert sind. Bei 40 Prozent ist dies nicht oder nur eingeschränkt der Fall.
Schnittstellen und Governance hinken hinterher
Auch bei anderen technischen Voraussetzungen schneiden die Organisationen schwach ab. Bei 19 Prozent sind die Kernsysteme über APIs oder andere Schnittstellen mit der digitalen Plattform verbunden. Ein Viertel oder weniger hat Analytics ausreichend eingerichtet (24 Prozent) oder die Governance für Daten, Algorithmen und KI-Anwendungen im Griff (24 Prozent).
Damit geht es um mehr als die Frage, ob Organisationen wissen, wie viele KI-Agenten mit ihrer Plattform arbeiten. Es stellt sich auch die Frage, ob sich das technisch überhaupt schon messen lässt. Fast die Hälfte der Entscheider (44 Prozent) räumt ein, nicht genau zu wissen, inwieweit externe Systeme oder KI-Agenten künftig selbstständig Aktionen auf ihrer Plattform ausführen können.
Vom Interface zu Daten und APIs
Wout Withagen, Mitinhaber und Geschäftsführer von Freshheads, erklärt, dass Organisationen jahrelang vor allem in das Frontend ihrer Plattform investiert haben. KI-Agenten achten seiner Ansicht nach jedoch nicht auf das Interface, sondern auf Daten, APIs und Schnittstellen. Darin sieht Withagen ein Risiko: Ein Agent, der im Namen eines Kunden etwas bestellt oder einen Termin vereinbart, wählt ihm zufolge die Plattform, auf der dies am einfachsten und zuverlässigsten möglich ist.
Withagen rät, zunächst zu erfassen, ob und wie viele KI-Agenten bereits auf der Plattform aktiv sind. Danach komme es seiner Meinung nach darauf an, Informationen zu Produkten, Dienstleistungen und Kunden eindeutig und zuverlässig zu erfassen. Anschließend gilt es festzulegen, welche Aktionen über APIs verfügbar gemacht werden, und explizit zu regeln, was ein Agent tun darf und was nicht. Withagen erwartet, dass die meisten Unternehmen dafür bereits mehr Bausteine im Haus haben, als sie denken.
Über die Studie
PanelWizard befragte per Online-Fragebogen gut 650 Personen, die an Entscheidungen zur Digitalstrategie beteiligt sind, etwa zur digitalen Customer Journey, zu Marketingtechnologie oder zur IT-Infrastruktur. Sie arbeiten in niederländischen Organisationen mit mehr als 25 Beschäftigten aus verschiedenen Branchen, die eine digitale Plattform nutzen, entwickeln oder in Erwägung ziehen. Freshheads veröffentlicht die vollständigen Ergebnisse im Bericht Je volgende bezoeker is geen mens.
Der vollständige Bericht ist unter Je volgende bezoeker is geen mens abrufbar.
Dieser Artikel ist ursprünglich auf Niederländisch bei MSP Business erschienen. Zum Originalartikel →
